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Nachlese zur Tagung "Vom Rio-Gipfel zur Agenda 2030", Nürnberg, 28.11.2017

RENN.süd RENN.süd Bayern

Tagung: „Vom Rio-Gipfel zur Agenda 2030 – Nachhaltige Entwicklung in Bayern auf kommunaler Ebene verstärken!“

Über 100 Teilnehmende aus Kommunalverwaltung und -politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft haben sich am 28.11. 2017 im Nürnberger haus eckstein mit den Umsetzungsmöglichkeiten nachhaltiger Entwicklung in Bayern auf kommunaler Ebene beschäftigt. Eingeladen dazu hatten das Zentrum für nachhaltige Kommunalentwicklung in Bayern und Renn.Süd gemeinsam mit der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt.

Im Rahmen seiner Begrüßung stellte der Umweltreferent der Stadt Nürnberg, Dr. Peter Pluschke das Engagement der Stadt im Bereich nachhaltiger Entwicklung vor. Nürnberg ist seit 2010 fairtrade-Stadt und hat durch ihr anhaltendes und verstärktes Engagement 2016 den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie Großstädte gewonnen. Auch die Metropolregion Nürnberg ist ausgezeichnete fairtrade-Metropolregion. Aufgrund ihres Umfangs mit ca. 3,5 Mio. Menschen kann ihr hier eine besondere Hebelwirkung zugesprochen werden.

Im Hinblick des 25-jährigen Jubiläums der Agenda 21 spannte die Tagung auch einen Bogen zwischen bereits Erreichtem und den aktuellen Herausforderungen bei der Umsetzung nachhaltiger Entwicklung. Jens Martens, Geschäftsführer vom Global Policy Forum in Bonn, warf einen Blick auf die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, stellte ihren Entstehungsweg vor und verdeutlichte die Anknüpfungspunkte, die sie zu einem Referenzrahmen auch für Deutschland machen. Er zeigte außerdem Ansatzpunkte für ein gemeinsames Handeln vor Ort in den Kommunen auf und benannte dafür sechs Handlungsfelder, nämlich: Information und Bewusstseinsbildung / Vernetzung / Lobbyarbeit / Schaffung politischer Grundlagen / Umsetzung / Monitoring.

Prof. Manfred Miosga von der Universität Bayreuth, Abteilung Stadt- und Regionalentwicklung, zeigte die historische Entwicklung von Nachhaltigkeitsprozessen mit Bezug auf die Landesebene auf. Nachdem 1994 die ersten lokale Agenda21-Prozesse in Kommunen gestartet waren, gab es Anfang der 2000er Jahre 665 aktive Agenda-Kommunen im Freistaat, unterstützt von der Komma21-Stelle, die beim Bayerischen Landesamt für Umwelt angesiedelt war. Das Land Bayern selbst hat in Federführung des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz 2013 seine erste Nachhaltigkeitsstrategie verabschiedet, die aktuell überarbeitet wird. Derzeit gebe es viele sektorale Nachhaltigkeitsansätze in bayerischen Kommunen, beispielsweise Energienutzungspläne oder Mobilitätsstrategien. Die Anforderung sei es aber, Nachhaltigkeitspolitik, unabhängig der Ebene, auf der sie stattfindet, als Schnittstellenmodell zu verstehen. In diesem stehen die drei Dimensionen von Nachhaltigkeit Ökologie, Ökonomie und Soziales nicht mehr säulenartig nebeneinander, sondern überschneiden sich als überlappende Bereiche. Da es an verbindlichen Nachhaltigkeitsstrategien auf Landesebene mangele, empfiehlt Manfred Miosga Kommunen, Pioniere des Wandels vor Ort zu unterstützen. Zudem ermutigt er dazu, eingetretene Pfade zu verlassen und sich über die Zielkonflikte von Maßnahmen bewusst zu werden (bspw. Klimaschutzmaßnahmen vs. Ausbau der Straße), um schließlich nicht-nachhaltige Maßnahmen zukünftig nicht mehr zu fördern.

In der anschließenden Podiumsrunde zur Perspektive der Agenda 2030 in Bayern haben als Vertreter der kommunalen Ebene Dr. Norbert Stamm der Stadt Augsburg und Frank Braun als Vertreter der Transition-Town Bewegung aus Nürnberg teilgenommen. Die Landesebene war durch Dr. Eva-Maria Unger aus der Bayerischen Staatskanzlei beteiligt. Einen Einblick in die Wissenschaft haben Prof. Manfred Miosga  und Jens Martens  gegeben. Deutlich wurde dabei, dass Kommunen sich einerseits mehr Unterstützung bei Vernetzung und Austausch andererseits auch mehr Beratung zum Thema Umsetzung der Agenda 2030 wünschen.

Am Nachmittag hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich in vier verschiedenen Workshops auszutauschen zu Handlungsmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven für die Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele auf kommunaler Ebene, zur Weiterentwicklung der Lokalen Agenda 21 sowie zu Bürgerbeteiligung und Selbstorganisation in Kommunen.

Abschließend wurden die Workshop-Ergebnisse im Plenum zusammengetragen. Zentral waren der Wunsch und das Ergebnis, das Thema nachhaltige Entwicklung auf kommunaler Ebene in einer Folgeveranstaltung im Herbst 2018 weiterzudenken und an bis dahin Entwickeltes anzuknüpfen. Erfreulicherweise hat sich die Stadt Augsburg hierfür bereits als gastgebende Stadt zur Verfügung gestellt.

Bei Interesse an Materialien zur Veranstaltung wenden Sie sich bitte an uns unter

info@kommunal-nachhaltig.de

RENN e. V.: Das sind unsere Pläne für 2025

Der Startschuss für die Arbeit des bundesweiten RENN e.V. ist gefallen! Welche Formate, Aktivitäten und Themen in den nächsten Monaten im Fokus stehen, verraten wir hier.

Seit Anfang 2025 wirken die vier RENN-Stellen (RENN.nord, RENN.west, RENN.süd, RENN.mitte) gemeinsam im neuen und unabhängigen Verein RENN e.V.! In dieser neuen Form arbeiten die Netzstellen nun noch näher und entlang gemeinsamer Ziele zusammen – für Vernetzung und Wissenstransfer rund um Nachhaltigkeit sowie Aktivitäten zur Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien auf allen Ebenen. Hintergründe dazu hier. 

Als übergreifendes Thema wird uns dabei insbesondere der gesellschaftliche Zusammenhalt in der Transformation bewegen. Dafür haben wir bereits spannende Formate geplant, die wir im Folgenden vorstellen.

In den Regionen

Im Frühjahr 2025 werden vier regionale Konferenzen stattfinden, unsere RENN.arenen. In den Regionen Nord, West, Süd und Mitte wird jeweils eine Veranstaltung umgesetzt. Im Fokus stehen Fragen nach den Ursachen für Spaltung in der Gesellschaft, nach Möglichkeiten zur Auflösung von Spannungen sowie Wege, um Zusammenhalt zu stärken und um gemeinsam für Nachhaltigkeit aktiv zu werden.

 

1.4.2025: RENN.arena WEST, Dortmund (Infos und Anmeldung hier)

29.4.2025: RENN.arena NORD, Hamburg

7.5.2025: RENN.arena MITTE, Halle

9.5.2025: RENN.arena SÜD

Auf Bundesebene

Die Ergebnisse der vier regionalen Arenen bringen wir dann im Juni bei den RENN.tagen zusammen! An zwei Tagen werden wir in Berlin mit Expert*innen und Praktiker*innen in die Diskussion gehen, um die regionalen Impulse bundesweit zu verknüpfen und handlungsleitende Lösungsansätze zu entwerfen.

Im Digitalen

Zudem werden wir durch vier digitale Seminare die Kompetenzen für kommunales Nachhaltigkeitsmanagement stärken – und somit einen zentralen Hebel zur Erreichung der Zielsetzungen zur Transformation aller Ebenen. In den Seminaren werden wir Wissen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung unter Berücksichtigung regionaler Bedürfnisse und Anwendungsbeispiele aufbereiten. Besonders im Fokus steht dabei der „Berichtsrahmen Nachhaltige Kommune 2.0“ als frisch aktualisierter Standard für kommunale Nachhaltigkeitsberichte.

In einer Kampagne

Im Rahmen verschiedener Aktivitäten in allen Regionen haben wir bereits bekräftigt, dass Sport als Motor und Multiplikator für Nachhaltige Entwicklung dienen kann. Nun starten wir eine bundesweite Kampagne mit dem Fokus auf die Verbindung von Sport, Nachhaltigkeit und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Lasst euch überraschen, wo es hingeht!

Zwei konkrete Bausteine wollen wir aber schon jetzt mit euch teilen. Einerseits werden wir eine bundesweite Fokusgruppe „Sport und Nachhaltigkeit“ einrichten, in der sich Expert*innen aus beiden Bereichen austauschen und gemeinsam Möglichkeiten, Chancen und Bedarfe diskutieren. Andererseits planen wir eine Konferenz im Frühherbst, auf der wir mit euch tiefer in die Potentiale des Sports als Kitt in einer Gesellschaft im Wandel eintauchen wollen.

Was gibt es noch zu wissen?

In Kürze begrüßen wir euch auf einer neuen Homepage unter der bekannten Domain www.renn-netzwerk.de! Außerdem findet ihr den RENN e.V. schon bald mit eigenen Kanälen auf den Sozialen Medien.

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Hinweis

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